Digitalisierung: Fluch oder Segen

Am heutigen Digitaltag möchten wir uns mit der Digitalisierung befassen. Oder besser: Mit den Unternehmen, die dadurch grossen Erfolg hatten und diesen, die dadurch in den Ruin getrieben wurden.

Der Erfolg von Netflix

Netflix LogoJeder kennt es, fast jeder nutzt es: Netflix. Der online Streamingdienst aus Amerika ist weltweit eines der erfolgreichsten Unternehmen. Für uns Europäer kam Netflix praktisch aus dem Nichts. Doch das stimmt nicht. Netflix ist schon seit 1997 im Geschäft und verlieh zunächst DVDs und Blu-rays über das Internet. Das ist zwar nicht ganz analog, aber es geht noch digitaler! Die Scheiben wurden nämlich per Briefpost an die Abonnenten gesendet. Den grossen Erfolg hatte Netflix erst nach 2007, als es zum Streamingdienst wurde. Wir sprechen hier nicht nur von Digitalisierung, sondern auch von Internationalisierung. Durch die komplette Unabhängigkeit vom Standort der Kunden, gelang es Netflix, weltweiten Erfolg zu verbuchen. Netflix hat die Digitalisierung für sich ausgenutzt und sich so an die Spitze der Video-on-Demand (VoD) Anbieter gebracht.

Digitalisierung: Der Albtraum für Kodak

Kodak LogoNicht alle Unternehmen konnten bei der Digitalisierung mithalten. Kodak war einst die bekannteste Marke, wenn es um den Fotografie-Bedarf ging. Praktisch jeder hat auf die Kameras und vor allem die Filmrollen von Kodak gesetzt. Zurecht, denn Kodak überzeugte mit Qualität und war seinerzeit der Konkurrenz voraus. Doch der Erfolg von Kodak war nicht für die Ewigkeit bestimmt. Obwohl Kodak die Digitalkamera erfunden hat, wurde weiterhin auf die altbewährten Produkte gesetzt. Ein grosser Fehler: 2012 meldete Kodak Insolvenz an. Die Konkurrenz hat das Potenzial in Digitalkameras gesehen und hat Kodak so in den Schatten gestellt.

E-Commerce verändert alles

amazon.com LogoVon zu Hause aus shoppen. Längst kein Traum mehr, sondern Alltag. Der Versandhaus-Gigant Amazon hat das Potenzial des Online-Handels früh erkannt und sich so zum grössen Online-Shop der Welt entwickelt. Kein Einkaufszentrum kann mit der Auswahl bei Amazon mithalten. Digitalisierung sei Dank: denn ohne Suchfunktion würde man bei über 500 Millionen Produkten schnell den Überblick verlieren. Amazon gibt es bereits seit 1994 und hat seitdem dutzende Unternehmen aufgekauft und vergrössert sich laufend. In der Schweiz ist Amazon zwar verhältnismässig eher erfolglos, aber kennen tun wir es trotzdem.

Das iPhone verdrängt den Marktführer

Nokia LogoNicht direkt ein Beispiel für das Verpassen der Digitalisierung, aber dennoch sehr interessant. Hier geht es wohl eher darum, dass Steve Jobs die richtige Idee zur richtigen Zeit hatte. Nokia war jahrelang der Marktführer, wenn es um Mobiltelefone (Handys) ging. Erst das iPhone von Apple hat es geschafft, Nokia vom Markt zu verdrängen - und zwar schnell. Nokia hatte keine Zeit, auf die neue Erfindung von Apple zu reagieren und hat so die wertvolle Position an der Spitze des Mobilfunkes verloren. Diverse Versuche, mit Apple mitzuhalten scheiterten und schliesslich verkaufte Nokia die Handysparte 2014 an Microsoft.